Wie die Kita Abenteuerland einen neuen Sportplatz finanzierte

Interview mit Maria Römmelt, Elternbeiratsvorsitzende

Stell dich doch bitte kurz vor und erzähle etwas über dich & deine Funktion.

Ich bin Maria Römmelt, Elternbeiratsvorsitzende, Fördervereinsmitglied der Kita Abenteuerland in Jena und Mama 2er Kinder. In unserer Kindereinrichtung betreuen wir täglich 95 Kinder im Alter von 1-7 Jahren. 20 Plätze sind für Kinder mit Behinderung vorgesehen. Es gibt sechs Gruppen, in denen Kinder mit und ohne Behinderung ganz selbstverständlich miteinander leben. Alle Gruppen sind altersgemischt und haben durchschnittlich 16 Kinder.

Im Förderverein geht es hauptsächlich um die Unterstützung der Arbeit im Kindergarten, die Verbesserung der Ausstattung, die Zusammenarbeit mit der Stadt und anderen sozialen Einrichtungen sowie die Öffentlichkeitsarbeit.

 

Du hast dich entschieden, per Crowdfunding (viele kleine Förderer) Geld für euren Förderverein zu sammeln. Wie kam es dazu und wofür habt ihr gesammelt?

Unser Traum war die Errichtung eines behindertengerechten „Erlebnissportplatzes“ mit ordentlichen Belag auf einem „vermatschten“ Wiesenteil im Kindergarten. Da es dafür keine öffentlichen Mittel gab und die Höhe der Investitionssumme mit 30.000 € eigentlich zu hoch für die ehrenamtliche Fördervereinsarbeit war, mussten neue Ideen her. Neben diversen Anträgen und klassischem Sponsoring wollten wir auch die Eltern symbolisch zu einen „Teil des Sportplatzes“ werden lassen – daher die Idee einer Fördertafel mit individuellen Möglichkeiten.

 

Wie waren die ersten Reaktionen auf die Aktion bei deinen Kollegen?

Der Elternbeirat und die Erzieher fanden es eine sehr gute und interessante Idee, aber schwierig in der Umsetzung. Man war skeptisch wie das technisch und vom Ablauf her funktionieren soll. Man war aber auch optimistisch, dass mit diesem Mittel viel Geld zusammenkommen kann. Der Aufwand wurde jedoch als zu hoch eingeschätzt, weil sich viele darunter nichts genaues vorstellen konnten.

 

Am Anfang weiß ja noch kaum jemand von der Aktion. Wie hast du / wie habt ihr das Ganze dann bekannt gemacht?

Wie haben eine Projektbroschüre und extra Flyer für die Aktion erstellt. Diese haben wir mit einem Link der Online-Spendentafel an die Elterngruppenverteiler geschickt und zudem einen Aushang im Kindergarten gemacht. Facebook hatten wir zu dieser Zeit noch nicht. Des Weiteren haben wir Briefe mit der Aktion an Firmen im Stadtteil in Jena-Nord geschickt – hiervon hat fast jeder gespendet und die Möglichkeit, das Firmenlogo einzubinden, genutzt. Zum Kinderfest des Kindergartens haben Fördervereinsmitglieder die Eltern dann nochmal aktiv zur Aktion angesprochen.

Was für uns, als Fazit, die beste Wirkung erzielte: die persönliche Ansprache (von Eltern und auch Firmen). Zudem haben wir auch Gruppenaktionen gemacht, so dass jede Kindergarten-Gruppe ein Feld der Spendentafel gesponsert hat.

Welche Reaktionen gab es von den Sponsoren / Förderern?

Die Reaktionen waren sehr sehr positiv. Viele haben gesagt, dass sie als tolle Aktion sehen und so etwas noch gar nicht kannten. Einige Firmen wollten teilweise sogar auf die Möglichkeit der Werbung verzichten und das Geld einfach so geben, weil sie die Idee einfach so gut fanden. Die “freien” Felder konnten dann noch an andere Sponsoren vergeben werden.

 

Was denkst du, sind die Vorteile einer Online-Fördertafel und was hat es dir / euch gebracht?

Heutzutage läuft ja fast alles online, deshalb ist die Idee mit einer Online-Spendentafel super. Die Eltern trifft man ja sonst nur früh und nachmittags im Kindergarten, mit der Online-Tafel sind sie aber jederzeit ansprechbar – auch abends und nachts.

Zudem ist die Reichweite natürlich größer und man sieht auch jederzeit den aktuellen Stand. Gegen Ende der Aktion erzeugt das sogar einen „Verknappungseffekt“, nach dem Motto „ich muss schnell noch spenden, es sind nur noch wenige Felder frei – und XY hat auch ein Feld“.

Auch der Gruppeneffekt, der entsteht (Zusammenhalt, Gemeinschaftsgefühl, gemeinsam „etwas bewegen“) war toll. Die gesamte Aktion und auch der Abschluss des Projektes war für alle sehr transparent. Zur Eröffnungsfeier haben wir dann eine tolle Sponsorentafel aus Plexiglas mit dem Ergebnis enthüllt. Das kam zum Sektempfang natürlich super an. Auch die Presse, wie beispielsweise Jena-TV, waren vor Ort und haben berichtet. Bis heute ist die Sponorentafel noch online auf Homepage und als ausgedruckte Tafel vor dem Kindergarten.

Auch für das Image des Kindergartens und die Öffentlichkeitsarbeit war die Aktion sehr gelungen. Es gab viel positive Resonanz und hat sich sehr herumgesprochen. Aus den Kontakten hat sich beispielsweise eine Kooperationen mit einer Fußballstiftung und einer einer Fußball-AG ergeben.

 

Was kannst du anderen Vereinen / Schulen / Sportlern empfehlen?

Nutzt das Konzept dieser Online-Sponsorenwand. Es ist einfach zu bewerkstelligen – wenig Aufwand für einen großen Effekt. Es kommt super an in der Außenwirkung und ist für Sponsoren sehr anschaulich. Man „hat etwas in der Hand“ und kann am Ende auch ein richtiges Ergebnis (die Spendentafel) zeigen. Versucht es überall, wo es nur geht, zu veröffentlichen. Mindestens eine Person sollte aber „den Hut aufhaben“ und dafür werben und sich stark machen.

Vielen Dank für das Interview.

Link zum Beitrag von Jena-TV:

http://www.jenatv.de/mediathek/36469/Aussenbereich_eroeffnet_Die_Kita_Abenteuerland_hat_dank_vieler_Spenden_nun_einen_ErlebnisSPORTPLATZ.html